Schroffe Felsen - weiße Strände
Mallorcas vielfältige Küste
Wer glaubt, Mallorca zu kennen, hat die Insel noch nicht wirklich entdeckt. Zwischen dem wilden Nordwesten mit seinen dramatisch ins Meer fallenden Felsklippen und den zartweißen Sandstränden im Nordosten liegen Welten – und doch alles auf einer einzigen Insel. Die Cala Varques zeigt sich versteckt hinter dichten Kiefernwäldern, das kristallklare Wasser schimmert in einem Türkis, das man kaum für real hält. Die Platja de Muro dagegen streckt sich in einem weiten, sanften Bogen am flachen Wasser entlang, ideal für Familien und alle, die einfach ankommen und durchatmen wollen.
Was Mallorca so besonders macht, ist dieser ständige Wechsel der Kulissen: Du biegst um eine Kurve der Küstenstraße, und plötzlich öffnet sich vor dir eine Bucht, die du in diesem Moment ganz allein für dich zu haben scheinst. Das Meer riecht nach Salz und Freiheit, die Zikaden spielen ihr ewiges Sommerkonzert, und irgendwo schreit eine Möwe über dem weißen Schaum der Brandung. Diese Momente sind nicht buchbar. Die passieren einfach – und genau deshalb bleibt Mallorca einem so lange im Gedächtnis.
Im Südosten überrascht die Insel mit weitläufigen, fast menschenleeren Calas: Die Cala Mondragó liegt eingebettet in einen Naturpark, an dem die Zeit sich zu verlangsamen scheint. Hier schaukeln kleine Boote ruhig auf dem Wasser, während Familien mit Schnorchel und Maske die artenreiche Unterwasserwelt erkunden. Nur wenige Kilometer entfernt ragen die Felstürme von Cap de Ses Salines wie stumme Wächter aus dem Meer – ein Panorama, das keinen Fotografen kaltlässt.
Die Nordostküste hingegen ist das Reich der langen Sandstrände: Alcúdia, Can Picafort, Playa de Muro – hier breitet sich der weiße Sand in sanften Bögen aus, das flache Wasser schimmert türkisgrün und lädt zum stundenlangen Treiben ein. Wer früh aufsteht und vor neun Uhr morgens am Strand ist, erlebt eine Stille, die man in Europa kaum noch für möglich hält. Nur das leise Rauschen der kleinen Wellen, das Licht, das goldorange über dem Meer aufgeht – und die ruhige Gewissheit: Dieser Tag kann eigentlich nur gut werden.
Palma de Mallorca
"La Seu" - Die Kathedrale
Wer morgens früh durch die Altstadt von Palma streift, bevor der Touristenstrom erwacht, erlebt eine Stadt von stiller, fast unwirklicher Schönheit. Enge Gassen aus warmem gelbem Sandstein, der Duft von frisch gebackenen Ensaïmadas aus einer Bäckerei – und dann, um die nächste Ecke, dieser Anblick: La Seu. Die gotische Kathedrale erhebt sich majestätisch über der Bucht, als hätte sie sich seit Jahrhunderten an nichts verändert. Innen fällt das Licht durch die riesigen Rosettenfenster in Farben, die keine Kamera je vollständig einfangen kann. La Seu ist nicht einfach ein Kirchenbau. Sie ist das Herz Mallorcas – steingewordene Geschichte, die einen still werden lässt. Wer einmal vor ihr stand, versteht sofort, warum diese Insel so viele Menschen nie wieder loslässt.
UNESCO Welterbe
Die "Serra de Tramuntana"
Der Tramuntana ist Mallorcas Seele. Das Gebirge, das sich wie ein mächtiger Schutzwall entlang der Nordwestküste zieht und seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist eine Welt für sich – rau, wunderschön und auf eine ganz eigene Art zeitlos. Wer hier wandert, versteht, warum Dichter und Maler seit Jahrhunderten hierher kommen und dann einfach nicht mehr wegwollen. Der Weg von Deià nach Sóller etwa führt durch Olivenhaine, die seit der Maurenzeit bewirtschaftet werden, vorbei an uralten Trockensteinmauern und immer wieder mit Ausblicken auf das tiefblaue Mittelmeer, die einem buchstäblich den Atem verschlagen.
Für Radfahrer ist der Tramuntana längst eine internationale Legende. Die kurvenreichen Straßen über das Coll de Sóller oder hinauf nach Lluc fordern die Lungen bis an ihre Grenzen – und belohnen mit Panoramen, die man sein Leben lang nicht vergisst. Profis aus aller Welt kommen eigens hierher, um sich auf diesen Pässen zu messen. Aber auch wer einfach langsam durch die Bergdörfer fährt – durch Valldemossa, Estellencs, Fornalutx und Banyalbufar – der spürt: Hier ist die Zeit in einem anderen, ruhigeren Rhythmus vergangen. Und das ist das größte Geschenk, das eine Landschaft einem machen kann.
Die Dörfer selbst sind kleine Kunstwerke aus Stein. In Fornalutx, das regelmäßig zu Spaniens schönstem Dorf gewählt wird, schlingen sich Bougainvillen über uralte Steintreppen, die Orangen leuchten schwer an den Bäumen, und in der Bar am Dorfplatz kennt man sich noch beim Namen. Deià dagegen zieht seit Jahrzehnten Künstler und Schriftsteller an – hier lebte Robert Graves, hier haben sich Maler aus aller Welt niedergelassen, die vom außergewöhnlichen Licht und der tiefen Stille einfach nicht loskamen. Wer eine Nacht in einem der kleinen Fincahotels dieser Dörfer verbringt und morgens auf der Terrasse mit Blick über die Berge frühstückt, begreift schnell, warum manche Gäste ihren Rückflug einfach umbuchen. Nicht für einen Tag. Für eine ganze Woche.
Jardins d'Alfàbia
Kurz vor dem Sóller-Tunnel, versteckt sich eines der schönsten Gärten der Insel: die Jardins d'Alfàbia. Die Anlage geht auf eine maurische Sommerresidenz zurück und ist bis heute ein stiller, üppiger Ort geblieben, der sich wohltuend von der Hitze der Küste abhebt. Wasserkanäle, die noch immer nach arabischem Vorbild durch den Garten geleitet werden, schattige Pergolen mit hängenden Weinreben, der Duft von Jasmin und Zitrusbäumen – wer hier durch die Alleen schlendert, versteht, warum die maurischen Herrscher Mallorcas genau diesen Ort für ihre Sommerfrische wählten. Das alte Herrenhaus selbst ist mit antiken Möbeln und historischen Dokumenten eingerichtet und erzählt leise von einer Inselgeschichte, die weit vor dem ersten Touristen begann.
Son Marroig
Oberhalb von Deià thront Son Marroig, das ehemalige Anwesen von Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich, der im 19. Jahrhundert die Insel bereiste, dokumentierte und schließlich schlicht nie wieder verließ. Und das versteht man sofort, wenn man auf der Terrasse von Son Marroig steht und auf das Meer hinausschaut: Der Blick auf die Felsen der Foradada-Halbinsel, mit ihrem markanten kreisrunden Loch im Stein, gehört zu den ikonischsten Ansichten ganz Mallorcas. Das Haus selbst beherbergt heute ein kleines Museum mit Aquarellen, Karten und persönlichen Gegenständen des Erzherzogs – ein stiller, berührender Ort, der von einer tiefen Liebe zu dieser Insel erzählt.
Ferrocarril de Sóller
Seit 1912 verbindet der Ferrocarril de Sóller die Hauptstadt Palma mit dem Tal von Sóller – und wer diese Fahrt noch nicht gemacht hat, hat Mallorca noch nicht wirklich erlebt. Die alten Holzwaggons mit ihren Mahagonisitzen, den Messinggriffen und den schmalen Fenstern, aus denen das Gebirge vorbeizieht, sind mehr als ein Transportmittel: Sie sind ein fahrendes Stück Inselgeschichte. Auf dem Weg durchquert der Zug einen langen Tunnel, kurz bevor das Tal von Sóller sich mit seinen Orangenhainen plötzlich vor einem auftut wie ein grüner Traum. Wer einmal in einem dieser alten Waggons sitzt, das leise Rattern unter sich spürt und durch das geöffnete Fenster den Duft der Pinien atmet, versteht: Manche Reisen sind nicht wegen ihres Ziels unvergesslich. Sondern wegen des Weges selbst.
Valldemossa
Kaum ein Ort auf Mallorca zieht so viele Besucher an wie Valldemossa – und kaum ein Ort verdient diese Aufmerksamkeit so sehr. Das Bergdorf, das auf gut vierhundert Metern Höhe in den Tramuntana eingebettet liegt, ist berühmt für sein Kloster, die Real Cartuja, in der Frédéric Chopin und George Sand im Winter 1838/39 einige der produktivsten und zugleich unglücklichsten Monate ihrer Leben verbrachten. Chopin war krank, das Wetter ungnädig, die Einheimischen skeptisch. Dennoch entstanden hier einige seiner bedeutendsten Werke. Das Kloster ist heute ein Museum, das diese Episode lebendig hält – mit dem originalen Klavier und den Handschriften seiner Kompositionen. Aber auch abseits dieser Geschichte lohnt sich Valldemossa: Die Gassen sind makellos gepflegt, die Blumenkästen an den Fenstern leuchten das ganze Jahr, und die lokale Spezialität – die Coca de patata, eine weiche Hefeschnecke mit Puderzucker – bekommt man nirgendwo besser als hier.
Sa Calobra und der Torrent de Pareis
Die Straße nach Sa Calobra gehört zu den aufregendsten Fahrten der Insel: Sie windet sich in engen, fast spiralförmigen Kurven von den Berghöhen des Tramuntana hinab ans Meer, mit Ausblicken, die das Herz höher schlagen lassen – und einem Serpentinenknoten, der sogar sich selbst unterquert. Unten angekommen empfängt einen eine kleine, von schroffen Felswänden umschlossene Bucht, in der das Wasser an klaren Tagen in einem unglaublichen Blaugrün leuchtet. Noch beeindruckender ist der kurze Fußweg zum Strand an der Mündung des Torrent de Pareis: Man geht durch zwei enge, fast dunkle Felstunnel, und dann öffnet sich die Schlucht – eine der größten Meeresschluchten des Mittelmeers – zu einem kleinen Kieselstrand, der von Felswänden eingerahmt wird, die hundert Meter in den Himmel ragen. Das Rauschen des Wassers, das Echo der Steine, das intensive Licht: Sa Calobra ist kein Geheimtipp mehr, aber es ist einer jener Orte, die auch dem hundertsten Besucher noch das Gefühl geben, etwas Besonderes gefunden zu haben.
Genuss auf spanisch
Die Kulinarik Mallorcas
Mallorca schmeckt. Wirklich, von der allerersten bis zur allerletzten Mahlzeit. Echte Pa amb oli – geröstetes Landbrot, geriebene reife Tomate, mallorquinisches Olivenöl und ein Hauch grobes Meersalz – braucht keinen Aufschnitt, um vollkommen zu sein. Dazu ein Glas lokalen Binissalem-Weins aus dem Inselinneren, und die Welt ist für einen Moment wirklich in Ordnung. Die Insel hat eine Küche, die tief in ihrer Geschichte verwurzelt ist: arabische Gewürze, katalanische Kochtechniken und das beste Olivenöl Spaniens verleihen auch den einfachsten Gerichten eine Tiefe, die man so schnell nicht vergisst.
Wer auf den Wochenmärkten einkauft – und das sollte man unbedingt, mindestens einmal – entdeckt Sobrasada in allen Reifegraden, würzige Käsesorten aus dem Inselinneren, frische Mandeln, selbst gemachte Liköre und Eingemachtes aus Zitronen und Oliven. Die mallorquinische Hausküche weiß aus dieser Fülle einiges zu machen: Tumbet, das aromatische Schichtgericht aus Auberginen, Zucchini, Kartoffeln und Tomatensauce, ist so einfach wie befriedigend.
Frito Mallorquín, in der Pfanne gebratene Innereien mit Paprika und Fenchel, ist nichts für schwache Gemüter – aber wer es probiert, versteht, warum es auf keiner Speisekarte der Insel fehlt. Arròs Brut, der „schmutzige Reis" mit Fleisch, Pilzen und Safran, wärmt im Winter die Seele, und Trempó, der frische Sommersalat aus Tomate, Paprika und Zwiebel, ist das, was Mallorcaner selbst am heißesten Tag auf den Tisch stellen.
Wer die Insel kulinarisch wirklich verstehen will, sollte sich außerdem durch die Dessertkarte arbeiten: Die Gató d'Ametlla, ein saftiger Mandelkuchen, der traditionell mit Mandeleis serviert wird, ist ein Pflichtprogramm. Und wer einmal einen Hierbas – den mallorquinischen Kräuterlikör – nach dem Essen probiert hat, versteht, warum er auf keinem Esstisch der Insel fehlt.
Die Restaurants der Insel haben das Beste aus dieser langen Tradition gemacht. Ein Celler – wie das bekannte Celler Sa Sini – ist dabei kein Gastronomiebegriff mit festem architektonischem Konzept, sondern steht für eine Haltung: bodenständig, herzlich, ohne unnötigen Schnickschnack, mit Gerichten, die nach Heimat schmecken.
Wer es rustikaler und zugleich spektakulärer mag, findet am Ende einer engen Serpentinenstraße hinunter zur Cala Deià das Ca's Patró March – Tische direkt auf den Felsen, frischer Fisch vom Boot, und ein Ausblick aufs Mittelmeer, der so unwirklich schön ist, dass man ihn kaum glauben kann.
Etwas zugänglicher, aber nicht weniger lohnenswert: das Mesón Ca´n Pedro in Génova mit seiner klassischen mallorquinischen Küche, die Sa Farinera mit ihrem Charme, oder die Bar Andaluz, die seit Jahrzehnten zu den verlässlichsten Adressen der Insel zählt.
Mallorca ist eben nicht nur eine Insel zum Ansehen. Sie ist eine Insel zum Kosten, Riechen und Genießen – von morgens bis tief in die Nacht. Und am Ende der Reise wird man aufrichtig zu bedauern, dass man nicht noch häufiger Hunger hatte.
Für den Ruhesuchenden
Sóller & Port de Sóller
Wenn Mallorca ein gut gehütetes Geheimnis hat – Sóller ist zweifellos eines davon. Das Tal, eingebettet zwischen den mächtigen Gipfeln des Tramuntana-Gebirges, liegt wie aus der Zeit gefallen: üppige Orangenhaine, das sanfte Rauschen des Baches, der sich durchs Dorf schlängelt, und eine Stille, die man in Palma nie finden würde. Der historische Holzeisenbahnzug rattert seit über hundert Jahren gemütlich von Palma hinein, durch dunkle Tunnel und über alte steinerne Brücken, und wer aus dem Fenster schaut, fragt sich ernsthaft, ob er gerade in einem Postkartenmotiv gelandet ist. Die Antwort ist ja – und das ist hier vollkommen ernst gemeint.
Sóller selbst ist ein Städtchen mit echtem, gewachsenem Charakter: Jugendstil-Fassaden, die von der einstigen Wohlhabenheit der Orangenbaronesse erzählen, ein lebhafter Marktplatz mit schattenspendenden Bäumen, Cafés, die sich keine Eile leisten, und kleine Läden, in denen man selbst gemachte Orangenmarmelade und mallorquinischen Mandellikör kaufen kann. Der Samstagsmarkt gehört zu den schönsten der ganzen Insel: Bäuerinnen verkaufen Kräuter, Käse und getrocknete Feigen, alte Männer spielen Karten in der Sonne, und überall liegt dieser unverwechselbare, süßliche Duft nach frischen Orangen und Zitronen in der Luft.
Wenige Kilometer durch das Tal – am schönsten mit der alten offenen Holztram, die seit Jahrzehnten ihren treuen Dienst tut – liegt der Port de Sóller mit seiner vollkommen ruhigen, halbmondförmigen Bucht. Familiär, beschaulich, ohne großen Trubel und ohne laute Musik aus überfüllten Strandbars. Hier schaukeln Fischerboote friedlich neben Segelyachten, die Einheimischen sitzen abends auf den Terrassenstühlen und schauen aufs stille Wasser, und die Berge fallen fast senkrecht ins Meer hinab – ein Anblick, der jeden Abend neu beeindruckt.
Kein Wunder, dass Künstler und Schriftsteller aus aller Welt sich hier für ganze Sommer einmieten. Kein Wunder, dass Gäste, die eigentlich für drei Nächte buchen, am Ende eine Woche bleiben. Sóller hat eine Magie, die sich nicht laut ankündigt – aber wer sie einmal gespürt hat, möchte so schnell nicht wieder gehen.
Mallorca - Playa de Muro 4*
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